Drei Mechanismen im Überblick
Beginnen Sie immer mit Retry On Fail — es deckt die meisten Fälle ohne zusätzliche Nodes ab. Die anderen beiden Patterns sind Ergänzungen, kein Ersatz.
Retry On Fail: das eingebaute Node-Setting
Jeder Node bringt eine eingebaute Retry-Funktion mit. Öffnen Sie den Node (z. B. einen HTTP-Request-Node), wechseln Sie vom Parameter-Tab in den Settings-Tab und schalten Sie Retry On Fail ein. Zwei Parameter steuern das Verhalten:- Max Tries — wie oft der Node insgesamt versucht wird (Standard: 3)
- Wait Between Tries — Wartezeit zwischen den Versuchen in Millisekunden (Standard: 1000 ms); bei Rate-Limit-Fehlern lohnt sich ein höherer Wert
Grenzen von Retry On Fail: Die Wartezeit ist konstant (kein Exponential Backoff), und der Node wiederholt bei jedem Fehler — er unterscheidet nicht zwischen retryable (429, 503) und non-retryable Fehlern (400, 401). Wenn Sie das brauchen, nutzen Sie den selbstgebauten Retry-Loop.
Retryable vs. Non-Retryable Fehler
Nicht jeder Fehler sollte wiederholt werden — als Faustregel sind 5xx-Fehler oft retryable, 4xx-Fehler meist nicht:Error-Workflow: Fehler zentral behandeln
Der Error Trigger-Node startet einen separaten Fehlerbehandlungs-Workflow, sobald ein Produktiv-Workflow fehlschlägt. Er eignet sich für Benachrichtigungen, Logging und das gezielte Neu-Anstoßen von Workflows über die Automate-API. Beachten Sie: Error-Workflows werden nur bei Production-Executions ausgelöst (aktivierte Workflows) — nicht bei manuellen Test-Ausführungen im Editor.1
Fehlerbehandlungs-Workflow anlegen
Erstellen Sie einen neuen Workflow, dessen erster Node ein Error Trigger ist. Dieser Workflow enthält Ihre Fehlerbehandlung — zum Beispiel eine Benachrichtigung per E-Mail oder Chat und einen Logging-Schritt.
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Fehlerdaten auswerten
Der Error Trigger liefert Informationen über die fehlgeschlagene Ausführung:
Error-Daten im Fehlerbehandlungs-Workflow
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Optional: Workflow erneut anstoßen
Wenn ein erneuter Durchlauf sinnvoll ist, führen Sie den betroffenen Workflow über die Web-App erneut aus — bzw. programmatisch, siehe Automate-API. Stellen Sie vor einem Neustart sicher, dass keine Duplikate entstehen — etwa indem Sie prüfen, welche Schritte bereits erfolgreich gelaufen sind.
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Error-Workflow im Produktiv-Workflow zuweisen
Öffnen Sie in Ihrem Produktiv-Workflow die Workflow-Einstellungen und wählen Sie unter Error Workflow den Fehlerbehandlungs-Workflow aus.
Fortgeschritten: Retry-Loop im Workflow (selbstgebaut)
Wenn Sie Exponential Backoff oder selektive Retries (nur bei bestimmten Fehlern) brauchen, können Sie einen Retry-Loop selbst bauen. Das ist ein DIY-Pattern — Automate bringt dafür keinen fertigen Baustein mit. Struktur des Loops:1
Fehler-Output aktivieren
Setzen Sie im Settings-Tab des Nodes die Option On Error auf Continue (using error output). Der Node bricht dann bei Fehlern nicht ab, sondern gibt die Fehlerdaten über einen zweiten Output aus.
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IF-Node: Versuche zählen
Verbinden Sie den Error-Output mit einem IF-Node. Nutzen Sie
$runIndex, um die Loop-Durchläufe innerhalb der Execution zu zählen — ein separater Zähler ist nicht nötig:IF-Bedingung (max. 4 Retries)
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Wait-Node: Backoff-Wartezeit
Verbinden Sie den True-Output des IF-Nodes mit einem Wait-Node und hinterlegen Sie die Wartezeit als Expression (siehe Backoff-Strategien unten).
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Loop schließen und Abbruchpfad definieren
Verbinden Sie den Wait-Node zurück mit dem HTTP-Request-Node. Den False-Output des IF-Nodes verbinden Sie mit einem Stop And Error-Node (oder einer Benachrichtigung), damit der Workflow nach dem letzten Versuch sauber fehlschlägt.
Backoff-Strategien für den Wait-Node
Exponential Backoff (empfohlen): Die Wartezeit verdoppelt sich mit jedem Versuch — das gibt überlasteten Servern Zeit zur Erholung. Ergibt 1 s → 2 s → 4 s → 8 s → …, gedeckelt bei 60 Sekunden:Wait Amount (Sekunden)
Wait Amount (Sekunden)
Exponential Backoff mit ±25% Jitter (Sekunden)
Selektiver Retry nach Fehlertyp
Werten Sie im IF-Node zusätzlich die Fehlerdaten aus dem Error-Output aus, um nur retryable Fehler zu wiederholen:IF-Bedingung: nur bei Rate Limit retryen
429-Antworten liefern viele APIs einen Retry-After-Header mit der empfohlenen Wartezeit. Konfigurieren Sie den HTTP-Request-Node über die Response-Optionen so, dass er die vollständige Response inklusive Header und Statuscode ausgibt (statt bei Fehlern abzubrechen). Prüfen Sie dann im IF-Node den Statuscode und übernehmen Sie die Wartezeit in den Wait-Node:
Wait Amount aus Retry-After-Header (Sekunden)
$getWorkflowStaticData() — beachten Sie, dass Static Data nur bei Production-Executions (aktivierter Workflow) gespeichert wird; bei manuellen Test-Ausführungen im Editor gehen Änderungen verloren:
Fehlversuche über Executions zählen (Code-Node)
Best Practices
- Max Retries begrenzen: typisch 3–5 Versuche — zu viele Retries erhöhen Kosten, unendliche Loops sind zu vermeiden.
- Exponential Backoff mit Jitter verwenden: das Standard-Pattern — schont Server und verteilt Last gleichmäßig.
- Retryable von non-retryable Fehlern unterscheiden: siehe Tabelle oben — 4xx-Fehler meist nicht wiederholen.
- Timeouts ausbalancieren: zu kurze Timeouts erzeugen unnötige Retries, zu lange verzögern die Fehlerbehandlung.
- Fehler protokollieren: den Error-Workflow als Logging-Punkt nutzen — Fehlermeldung und Workflow-Name in ein externes Ziel schreiben (z. B. Datenbank oder Chat-Kanal).
- Retry-Strategie dokumentieren — für zukünftige Wartung.
Retry-Versuche nachvollziehen (DIY-Logging)
Automate hat kein eingebautes Retry-Metriken-Dashboard. Zum Nachvollziehen von Fehlern und Wiederholungen nutzen Sie:- Executions-Liste: zeigt Status und Dauer jeder Ausführung. Filtern Sie nach fehlgeschlagenen Executions, um Problemfälle zu finden.
- Error-Workflow als Logging-Punkt: schreiben Sie Fehlermeldung, Workflow-Name und Zeitstempel in ein externes Ziel Ihrer Wahl (z. B. Datenbank, Spreadsheet oder Chat-Kanal) — ein selbstgebautes Pattern, das Sie an Ihre Umgebung anpassen.
- Eigene Auswertung: wenn Sie Executions über die Web-App hinaus auswerten möchten — etwa programmatisch — siehe Automate-API.
Praktisches Beispiel: API-Call absichern
- Retry On Fail aktivieren: HTTP-Request-Node → Settings → Retry On Fail einschalten, Max Tries auf 3, Wait Between Tries auf 2000 ms.
- Error-Workflow anlegen: Fehlerbehandlungs-Workflow mit Error Trigger → Benachrichtigung (z. B. E-Mail an das Team) → Logging-Schritt.
- Error-Workflow zuweisen: in den Workflow-Einstellungen des Produktiv-Workflows unter Error Workflow.
- Bei Bedarf: Retry-Loop ergänzen: wenn die API häufig mit 429 antwortet, den selbstgebauten Retry-Loop mit Exponential Backoff bauen — Retry On Fail allein wartet nur konstant.
- Ergebnis prüfen: in der Executions-Liste kontrollieren, ob fehlgeschlagene Ausführungen zurückgehen und der Error-Workflow bei echten Fehlern anspringt.
Checkliste
- Retry On Fail ist für fehleranfällige Nodes aktiviert
- Max Tries ist begrenzt (3-5)
- Ein Error-Workflow ist angelegt und zugewiesen
- Bei Bedarf: Retry-Loop mit Exponential Backoff und Jitter gebaut
- Retryable/Non-Retryable Fehler werden unterschieden (im DIY-Loop)
- Retry-After-Header wird respektiert
- Fehler werden über den Error-Workflow protokolliert (DIY)
- Executions-Liste wird regelmäßig auf Fehler geprüft
Nächste Schritte
Automate-API
Workflows über die Web-App verwalten und programmatisch mit Localmind verbinden.
Debugging
Erfahren Sie mehr über umfassendes Error Handling und Fehlersuche.
Batching
Kombinieren Sie Retry-Logik mit Batch-Verarbeitung.
Performance
Optimieren Sie Ihre Workflows für schnellere Ausführung.
